Website von KI erstellen lassen: Was funktioniert — und was nicht
KI kann heute eine Website bauen — die Werkzeuge sind gut. Was sie nicht kann: entscheiden, was auf die Seite gehört. Zwei Sätze Prompt ergeben eine Seite, die aussieht wie zwei Sätze. Der Unterschied zwischen brauchbar und beliebig entsteht vorher, in dem, was hineingeht — und danach, in dem, der es freigibt.
KI kann heute eine Website bauen — die Werkzeuge sind gut. Was sie nicht kann: entscheiden, was auf die Seite gehört. Zwei Sätze Prompt ergeben eine Seite, die aussieht wie zwei Sätze. Der Unterschied zwischen brauchbar und beliebig entsteht vorher, in dem, was hineingeht — und danach, in dem, der es freigibt.
Dieser Text beschreibt, wo KI beim Website-Bau wirklich hilft, wo sie zuverlässig danebenliegt, und welche Arbeit passieren muss, damit am Ende etwas herauskommt, das zu einem konkreten Betrieb passt. Wir bauen selbst mit KI-Unterstützung — insofern ist das keine neutrale Marktbeobachtung, sondern ein Bericht aus der Werkstatt.
Was ein Prompt nicht enthält
Die verbreitete Erwartung ist, dass ein guter Prompt genügt. Das Problem daran ist nicht die Länge des Prompts, sondern dass die meisten Entscheidungen, die eine Website tragen, gar nicht in Prompt-Form gedacht werden. Bevor die erste Zeile entsteht, muss Folgendes feststehen:
- Wen die Seite erreichen soll — und was diese Person in dem Moment will, in dem sie klickt. Ein Steuerberater, der Firmenkunden sucht, braucht eine andere Startseite als einer, der Privatleute berät.
- Wonach diese Person tatsächlich sucht. Fast nie ist das die Selbstbezeichnung der Branche. Menschen suchen nicht nach „ganzheitlicher Rechtsberatung", sondern nach „Anwalt Kündigung Kiel".
- Welche Seiten es überhaupt braucht — und in welcher Reihenfolge sie jemanden zu einer Handlung führen. Vier gute Seiten schlagen zwölf mittelmäßige.
- Was rechtlich verpflichtend ist. Impressum und Datenschutzerklärung sind das Minimum; je nach Beruf kommen Berufsrecht, Preisangaben oder Kennzeichnungspflichten dazu.
- Wie schnell die Seite auf einem Handy im Mobilfunknetz sein muss — und was daraus für Bilder folgt. Das ist die häufigste stille Ursache für Besucher, die wieder abspringen.
- Wie die Seite für Menschen mit Einschränkung bedienbar bleibt: Kontraste, Bedienung ohne Maus, Beschreibungen für Screenreader.
- Was weggelassen wird. Das ist die schwerste Entscheidung von allen — und die, die ein Prompt nie trifft, weil Weglassen niemandem einfällt, der gerade etwas Neues will.
Nichts davon ist geheim, und nichts davon ist besonders schwierig. Es ist nur Arbeit, die jemand machen muss. Ein Prompt ist eine Anfrage — kein Briefing.
Wo KI zuverlässig hilft
Die Fortschritte sind real, und es wäre unehrlich, sie kleinzureden. In vier Bereichen ist der Gewinn deutlich:
- Geschwindigkeit vom Nichts zum Entwurf. Was früher als Konzeptphase Wochen gebraucht hat, steht heute in Stunden als ansehbarer Vorschlag. Das verändert vor allem eines: Man kann über etwas Sichtbares reden statt über eine Beschreibung.
- Textarbeit auf vorhandenem Material. Umformulieren, kürzen, gliedern, den Ton vereinheitlichen — dort ist der Nutzen am größten, weil die Substanz schon existiert und nur besser sortiert werden muss.
- Fleißarbeit, die sonst schlicht ausfällt. Bildbeschreibungen für Screenreader, Seitenbeschreibungen für Suchmaschinen, Übersetzungen. Aufgaben, die niemand gern macht und die deshalb auf vielen Seiten fehlen.
- Erste Entwürfe für Gestaltung und Struktur. Als Ausgangspunkt sehr brauchbar, solange klar ist, dass es ein Ausgangspunkt ist.
Wo KI versagt
Die Grenzen sind ebenso deutlich — und sie liegen fast alle an derselben Stelle: KI weiß nicht, was wahr ist. Sie weiß, was plausibel klingt.
- Sie kennt deinen Betrieb nicht. Sie kann nur verarbeiten, was ihr vorliegt. Wer eine alte Website hat, bringt Material mit. Wer keine hat, muss die Substanz anders liefern — sonst entsteht eine Seite, die über jeden Betrieb dieser Branche handeln könnte.
- Sie erfindet, wenn man sie lässt. Öffnungszeiten, Leistungen, Qualifikationen, Jahreszahlen. Ungeprüft veröffentlicht ist das nicht bloß peinlich: Bei Preisangaben und in Heilberufen ist eine falsche Angabe abmahnfähig, und zwar unabhängig davon, ob ein Mensch oder eine Maschine sie geschrieben hat. Die Verantwortung liegt immer beim Betreiber der Seite.
- Sie erzeugt Bilder, die nichts zeigen. Ein generiertes Foto zeigt nicht deine Räume, nicht dein Team, nicht deine Arbeit. Solche Bilder müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden, seit August 2026 auch nach europäischem Recht — was das konkret verlangt, steht in unserem Beitrag zur Kennzeichnung von KI-Inhalten. Wichtiger als die Vorschrift ist die Wirkung: Ein echtes Foto vom echten Betrieb überzeugt mehr als ein perfektes, das niemanden zeigt.
- Generischer Text rankt nicht. Suchmaschinen bewerten, ob ein Text jemandem weiterhilft — nicht, wie er entstanden ist. Austauschbare Inhalte bleiben austauschbar, auch wenn sie in Sekunden entstanden sind. Der Vorteil verschwindet genau dann, wenn ihn alle nutzen.
- Rechtstexte gehören nicht in ihre Hand. Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung hängen an konkreten Umständen: Rechtsform, verarbeitete Daten, eingesetzte Dienste. Ein generierter Text, den niemand geprüft hat, ist ein Risiko und keine Absicherung.
- Sie merkt nicht, wenn etwas fehlt. Eine Maschine liefert eine vollständig wirkende Seite auch dann, wenn das Entscheidende fehlt — die Erreichbarkeit, der Grund, warum jemand ausgerechnet hier anrufen sollte. Abwesendes fällt niemandem auf, der nicht weiß, wonach er sucht.
Wann du das nicht von KI machen lassen solltest
Es gibt Fälle, in denen der schnelle Weg der falsche ist — auch unser eigener.
Wenn deine Marke der Kern deines Angebots ist. Eine eigenständige gestalterische Handschrift, ein Auftritt, der bewusst gegen die Konventionen der Branche geht: Das ist Entwurfsarbeit, und dafür ist eine Agentur oder ein eigener Gestalter die richtige Wahl. Wir bauen gute Standardstrukturen, keine Ausnahmeerscheinungen.
Wenn du einen Shop, eine Buchungslogik oder eine Anbindung an dein Warensystem brauchst. Das sind Software-Projekte, keine Websites.
Wenn laufend Kampagnen, Landingpages und Tests gefahren werden sollen. Dafür braucht es jemanden, der kontinuierlich am Marketing arbeitet.
Wenn du deine Inhalte gern selbst gestaltest und die Kontrolle über jedes Detail willst. Dann ist ein Baukasten das ehrlichere Werkzeug — er ist dafür gebaut.
Bleibt der Fall, für den wir gemacht sind: ein inhabergeführter Betrieb, der eine gute, schnelle, rechtssichere Seite braucht und weder Zeit noch Lust hat, sie selbst zu bauen. Wer die drei Wege unabhängig vom KI-Thema gegeneinander abwägen will, findet das im Vergleich der Modelle ausführlicher.
Wie wir es machen
Der Ablauf ist bewusst so aufgeteilt, dass die Arbeit nicht bei dir landet, aber trotzdem passiert.
Zuerst entsteht das Briefing — aus deiner bestehenden Seite, deiner Branche und deiner Region. Die Fragen aus dem ersten Abschnitt werden dabei beantwortet, nur eben nicht von dir. Das Briefing entsteht trotzdem, es entsteht nur nicht auf deinem Schreibtisch.
Dann baut die KI den Entwurf. Sie ist an dieser Stelle das richtige Werkzeug: Sie ist schnell, und sie arbeitet auf einer Grundlage, die vorher festgelegt wurde.
Danach sieht ein Mensch darauf, bevor irgendetwas dich erreicht. Das ist kein Formalismus, sondern die Stelle, an der die Fehler aus dem vorigen Abschnitt abgefangen werden — erfundene Angaben, fehlende Pflichtinhalte, Bilder, die nichts zeigen. Wo wir KI-generierte Bilder einsetzen, steht es am Bild.
Erst danach bekommst du den Entwurf zu sehen und entscheidest, ob du ihn übernimmst. Vorher zahlst du nichts.
Die Modelle im Vergleich
Nicht die Werkzeuge unterscheiden sich am stärksten, sondern die Frage, wer die Vorarbeit macht. Verglichen werden Modelle, keine Anbieter.
| Kriterium | KI-Baukasten | Agentur | Betreutes Modell |
|---|---|---|---|
| Was fließt vorher rein — und wer erarbeitet es | Dein Prompt. Was du nicht hineinschreibst, existiert nicht. | Ein Briefing, das du lieferst — meist per Fragebogen und Termin. | Ein Briefing, das wir erarbeiten: aus bestehender Seite, Branche, Region. |
| Aufwand bei dir | Gering am Anfang, hoch beim Nacharbeiten. | Hoch: Termine, Rückfragen, Freigabeschleifen. | Sehr gering: Adresse eintragen, Entwurf ansehen. |
| Zeit bis zum Ergebnis | Minuten bis zum ersten Entwurf. | Wochen bis Monate. | Wenige Tage bis zum fertigen Entwurf. |
| Kosten | Günstig im Abo, Zusatzkosten für Domain und Erweiterungen. | Meist mehrere tausend Euro einmalig, plus Pflege. | Monatlich, ohne Vorkasse — bezahlt wird ab Übernahme. |
| Wer prüft den Inhalt | Niemand außer dir. | Ein Mensch aus der Agentur, meist mit dir gemeinsam. | Ein Mensch bei uns, bevor du den Entwurf überhaupt siehst. |
| Wer merkt es, wenn etwas Falsches dasteht | Du — im besten Fall vor deinen Kunden. | Die Agentur, sofern es im Freigabeprozess auffällt. | Wir, im Freigabeschritt vor der Auslieferung. |
| Pflege danach | Du selbst, im jeweiligen Baukasten. | Auf Zuruf, oft gegen Stundensatz. | Enthalten; kleine Änderungen machst du selbst. |
| Rechtliches (Impressum, Datenschutz, Kennzeichnung) | Generator-Texte, Pflege liegt bei dir. | Meist vorbereitet, rechtliche Prüfung bleibt deine Sache. | Vorbereitet und mitgepflegt; anwaltliche Prüfung bleibt deine Sache. |
Häufige Fragen
- Reicht ein wirklich guter Prompt nicht aus?
- Ein guter Prompt hilft deutlich, ersetzt aber nicht das Wissen, das in ihn hineingehört. Wer genau weiß, wen er erreichen will, wonach diese Menschen suchen und was rechtlich nötig ist, kann damit weit kommen. Nur ist genau dieses Wissen die eigentliche Arbeit — der Prompt ist die Form, nicht der Inhalt.
- Erkennt man einer Website an, dass KI im Spiel war?
- Nicht an der Technik, aber oft am Inhalt. Auffällig wird es, wenn eine Seite über jeden Betrieb der Branche handeln könnte: viele glatte Sätze, keine konkreten Angaben, keine echten Bilder. Wo Substanz eingeflossen ist und jemand geprüft hat, fällt es nicht auf.
- Ist es erlaubt, eine Website mit KI zu erstellen?
- Ja. Es gibt keine Vorschrift, die den Einsatz von KI beim Bau einer Website verbietet. Kennzeichnungspflichten betreffen bestimmte Inhalte, vor allem künstlich erzeugte Bilder — nicht das Werkzeug, mit dem eine Seite gebaut wurde.
- Muss ich KI-Inhalte auf meiner Website kennzeichnen?
- Bei künstlich erzeugten oder wesentlich veränderten Bildern ja. Die Prüffrage ist nicht, ob KI beteiligt war, sondern ob das Bild noch zeigt, was tatsächlich war. Ein bearbeitetes echtes Foto ist unkritisch; ein erzeugter Innenraum, der als deine Räume gelesen wird, ist es nicht. Bei Texten ist die Lage entspannter, solange ein Mensch verantwortet, was dort steht.
- Rankt eine mit KI gebaute Website bei Google?
- Sie kann es. Suchmaschinen bewerten den Nutzen für Suchende, nicht die Entstehung. Was nicht funktioniert, ist austauschbarer Text in Masse — der rankte allerdings auch vorher nicht.
- Was passiert, wenn die KI etwas Falsches schreibt?
- Verantwortlich ist immer der Betreiber der Website, nie das Werkzeug. Deshalb prüfen wir jeden Entwurf, bevor er ausgeliefert wird — und deshalb halten wir einen Prozess ohne diesen Schritt für fahrlässig, egal wie gut die Werkzeuge werden.
- Muss ich euch dann doch etwas liefern?
- Nein. Wir brauchen deine Adresse, alles Weitere holen wir uns aus dem, was öffentlich vorhanden ist. Wenn etwas Wichtiges fehlt, fragen wir kurz per E-Mail — statt dir einen Fragebogen zu schicken.